Druckschrift 
Keine Rückkehr : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

Bauche liegend, kroch er vorwärts, und ſo, watend, ſchreitend, ſpringend, rutſchend und kriechend, legte er nach und nach, jedes Hinderniß bewältigend, den furcht⸗ baren Weg über die ganze Breite des Gletſcherfeldes zurück.

Nun war er drüben, aber noch keineswegs am Ende ſeiner mühſeligen Wanderung. Vor ihm ſtieg der Glet⸗ ſcher gleich einem ungeheuren, breit ausgedehnten Eis⸗ walle in die Höhe, und dieſen Wall mußte er noch hin⸗ auf, um in den Bereich des Steinbocks zu gelangen. Zum Glück war der Wall nicht ſehr ſteil und auch nicht ſehr hoch, und Uly konnte ſich daher der Hoffnung hingeben, auch dieſe letzte Schwierigkeit noch zu über⸗ winden. Nach kurzer Raſt begann er das Erſteigen des Walles, und ſtand nach einer ſchweren halben Stunde endlich am oberen Rande deſſelben.

Das beſchwerliche Steigen hatte nun ein Ende, aber nun begann erſt die Hauptſache, die eigentliche Jagd. Jetzt galt es, die Fährte des Wildes ausfindig zu ma⸗ chen, ihr nachzugehen, ihr über Klippen, Eis⸗ und Schneefelder zu folgen, und nicht zu raſten, bis endlich der flüchtige Bock geſtellt, in die Enge getrieben, und eine Beute des ausdauernden Schützen geworden war.

Uly bereitete ſich zum ſchwierigen Werke vor. Mit ſcharfen Blicken ſpähte er umher, und entdeckte bald in dem lockeren Schnee, welcher die Hochebene bedeckte, die Spur des Wildes, dem er nachſtellte. Bedächtig folgte er ihr, denn er wußte, daß ſie ihn zum Lagerplatze des Steinbockes führen mußte. Weiter und weiter ging es, auf und ab, bald über Schnee, bald über Eis, bald über nackten Fels, jetzt auf ſchmalem Pfade an einer Bergwand entlang, neben Abgründen hin, deren Tiefe