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„Ei ja, liebe Frau, ein Spaß iſt's nicht, die höch⸗ ſten Regionen der Gletſcher zu erſteigen,“ antwortete Uly.„»Aber ein feſter Fuß und ein ſchwindelfreies Auge helfen Vieles überwinden. Außerdem ſtehen wir ja überall in Gottes Hand,— ohne Seinen Willen fällt kein Haar von unſerem Haupte! Darum ſei nur ru⸗ hig, und ängſtige dich nicht ohne Noth.“
Frau Elsbeth, die ſchon oft ihren Mann auf die gefahrvolle Jagd hatte ausziehen, und immer wieder ihn geſund und friſch hatte zurückkehren ſehen, ließ ſich durch ſeine Worte beſchwichtigen, und unterdruckte ihre vorahnende Herzens⸗Bangigkeit. Ehe noch der Tag am andern Morgen dämmerte, ſtand ſie ſchon am Küchen⸗ Herde, um ihrem Manne eine warme Suppe zu kochen, dann füllte ſie ſeinen Jagd⸗Ranzen mit Brod und Käſe für mehrere Tage, ſteckte auch ein Fläſchchen Wein noch daneben, und ſtopfte einen kleinen Lederbeutel voll Taback. Uly brachte mittlerweile ſein Jagd⸗Geräth in Ordnung, verzehrte die Morgen⸗Suppe, und machte ſich dann be⸗ reit zum Aufbruche.
„Sei nicht ängſtlich, wenn ich etwa heute nicht von der Jagd zurückkehre,“ ſagte er bei'm Abſchiednehmen zu ſeiner Frau.„Ich werde ſehr hoch hinauf müſſen auf das Gebirg, und wer weiß, wie weit ich den flüch⸗ tigen Steinbock über die Gletſcherfelder verfolgen muß? Deshalb habe ich auch meine wollene Decke mit einge⸗ packt, für den Fall, daß ich die Nacht unter freiem Himmel zubringen müßte. Lebe wohl alſo, und Gott behüte dich und den Knaben, ſo lange ich fern von Euch bin.“
„Und dich, mein Uly, auch dich behüte der himm⸗ liſche Vater,“ verſetzte die Frau bewegt,—„du bedarfſt


