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Ritter und Bauer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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lebendigem Leibe den gräßlichen Todestanz in dem Feuer⸗ kreiſe um den Baum tanzen mußte, unter Trommeln und Pfeifenſchall.

Kinder auf den Achſeln der Kriegsknechte ſahen zu, und umher ſtanden viele Herren vom Adel, bis ſein letzter Jammerſchrei, ſein letztes Todesröcheln verhallte, und er am Ende, keine menſchliche Geſtalt mehr, ſon⸗ dern nur noch ein formloſer Klumpen, zuſammen ſank.

Wendel Hippler, Jörg Metzler und Andere retteten ihr Leben, als Alles verloren war, durch heimliche Flucht, und entzogen ſich ſo des Adels Rache. Schwer aber traf dieſe das arme, zu Boden getretene Landvolk. Zu Hunderten wurden die Unglücklichen hingerichtet; zu Hunderten von Haus und Hof in's Elend getrieben; Hunderten wurde der letzte Pfennig abgepreßt; Hun⸗ derten der rothe Hahn auf das Dach geſetzt. Berthold Aichelin, des Truchſeß erſter Profoß, übte in furcht⸗ barer Weiſe ſein Amt.Der fuhr, wie ein Zeitgenoſſe berichtet,um in Schwaben, Franken, dem Schwarz⸗ wald, in Württemberg, Hegau, Allgau, weit und breit, zu henken, zu verbrennen, Augen auszuſtechen und zu brandmarken; einen beſonderen grimmigen Haß hatte er auf das Evangelium; wo er einen evangeliſchen Prädi⸗ kanten erhaſchen konnte, der hatte bei ihm den Hals verloren; er fing's, beraubt's, ſchätzt's, henkt's an die Bäume elendiglich; da hatte alles menſchliche Erbarmen ein Ende.

Wohl war dieſes am Ende, und ſo Alles. Die gerechten Klagen der Bauern mußten nach ihrer Nieder⸗ lage wohl verſtummen. Aber auch der ſiegreiche Adel hatte von ſeinem Siege keinen rechten Genuß, ſondern nur Schaden und Nachtheil.

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