und auf das Tapferſte vertheidigt. Mehrere Sturm⸗ Angriffe wurden, mit großem Verluſte der Bauern, von ihnen zurückgeſchlagen, und man mußte ſich begnügen, die Veſte ringsum eingeſchloſſen zu halten, um ſie viel⸗ leicht durch Hunger endlich zur Uebergabe zu nöthigen. Dies würde zuletzt wohl zum Ziele gefuͤhrt haben, wären nicht mittlerweile andere Ereigniſſe geſchehen, die dem ganzen Aufſtande und Kriege eine ganz neue Wendung gaben.
Bis dahin waren die Bauern überall ſiegreich ge⸗ weſen, hatten zahlreiche Burgen in Franken und Schwa⸗ ben gebrochen, eine Menge Abteien und Klöſter zerſtört und ausgeplündert, von vielen Städten und Ortſchaften Brandſchatzungen erhoben, und im freien Felde allezeit die ihnen entgegen tretenden Feindeshaufen niedergewor⸗ fen oder in die Flucht geſchlagen. Jetzt aber kam die Zeit, welche Ritter Florian mit nur zu richtigem Blicke vorhergeſehen hatte. Die abſcheuliche, mörderiſche Blut⸗ that Jäcklein's in Heilbronn trug ihre Früchte. Die Fürſten und Herren, Alle von Abſcheu ergriffen, woll⸗ ten jetzt nichts mehr von einer gütlichen Ausgleichung und Verſöhnung mit dem Bauernheere wiſſen, zu welcher ſte,— zum großen Theile wenigſtens,— vor der Ver⸗ übung der Schandthat ganz geneigt geweſen waren. Jetzt hieß es nicht mehr Frieden, ſondern Rache um jeden Preis. Von Schloß zu Schloß, von Burg zu Burg von Stadt zu Stadt erſcholl der Racheſchrei. Fürſ.en, Ritter und Edle zogen gewappnet mit ihren Haufen von Reiſigen in's Feld und ſchloſſen ſich dem Ritter Truchſeß von Waldburg an, der mit ſchnell ge⸗
ſammelter Macht kühn und ſiegesgewiß gegen die Bauern
anrückte. Gleich im erſten Anlaufe erlangte er glückliche


