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ſehen muß! Oh, Florian, konntet Ihr nicht ſeines Lebens ſchonen? Er war ja doch immer mein Bruder!«
„Nicht er, nicht er iſt ſchuld, daß ich ſterbe,“ ſagte Rolf haſtig, obwohl kaum noch vernehmbar.„Ich ſelbſt — Gott ſtraft mich— Er erbarme ſich meiner armen Seele!«
Noch ein Seufzer, ein Stöhnen entrang ſich ſeiner gequälten Bruſt, dann rieſelte ein leichter Schauer durch ſeine Gebeine, er ſtreckte ſich lang uus, und— der letzte Hauch entfloh von ſeinen Lippen.
Traurig blickte Egbert auf die Leiche nieder. Er hatte freilich ſeinen Bruder nie lieben können, da er von demſelben immer nur ſehr unbrüderlich behandelt worden war; gleichwohl beklagte er aber in ſeinem Her⸗ zen das gewaltſame und plöͤtzliche Ende deſſelben, und würde ihn gern in's Leben zurückgerufen haben, wenn er die Macht dazu beſeſſen hätte. Da legte ſich eine Hand ſanft auf ſeine Achſel, und Florian ſagte:
»Mit deiner Verzeihung iſt er geſchieden, das muß dich tröſten und beruhigen. Er ſuchte ſelbſt den Tod, und durch ihn hat er ſeine Fehler ſchwer gebüßt. Gott wird ihm vergeben, wie du. Laß jetzt die Todten ruhen! Es gibt noch Lebende, die Anſpruch auf deinen Beiſtand und deine Hülfe machen. Komm, geh' mit mir!«
Er führte den nicht Widerſtrebenden hinweg aus dem Trauergemache, und theilte ihm mit kurzen Worten mit, welches Unglück die Gräfin Helfenſtein betroffen, und daß er ihr zugeſichert habe, daß Egbert ihr ein Aſyl auf ſeinen Gütern gewähren werde. Egbert ſagte natürlich freudig zu, und begab ſich mit Florian nach dem Walde, um die unglückliche Gräfin zu begruͤßen und auf die Burg einzuladen. Gern folgte die Gräſtn


