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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſelbſt der Nächſte! Da müſſen wir eben ſehen, wo und wie wir etwas Anderes ſinden, was uns paßt. Kommt Zeit, kommt Rath! Vor der Hamd iſt's j noch nicht eilig.

Die Nachricht ging ihm aber doch im Kopfe und er lächelte nicht mehr ſo ſtill vergnügt vor ſich hi wie in der letzten Zeit. Ohne daß er's merkte, ka auf dieſe Weiſe ſein Geburtstag heran. Er hatte ihn ganz vergeſſen, dachte mit keinem Gedanken daran, und 4 war daher nicht wenig überraſcht, als er am Morgen aus ſeiner Kammer in die Stube trat, und ſie ganz mit friſchen grünen Tannenzweigen ausgeſchmückt fand. 7 Ein weißgedeckter Tiſch ſtand in der Mitte, mit Krän⸗ zen und Guirlanden behangen, und in grünen, eben⸗ falls aus grünen Tannenſproſſen geflochtenen Buchſtaben leuchteten ihm von dem Tiſche die Worte entgegen: Nur immer brav!

»Wer hat mir das gethan? rief der alte Mann freudig überraſcht aus, und eilte auf die Thüre zu, um Erkundigungen einzuziehen. Aber ſchon wurde dieſelbe von außen geöffnet, und mit Ranzen und Wanderſtab,

frohen Antlitzes, und friſch und geſund trat Heinrich ein, und mit ihm ſeine Schweſter Marie, die mit Blicken voller Liebe den Vater begrüßte und ihre Arme nach ihm ausſtreckte.

Heinrich! Marie! Meine Kinder!« rief der Alte. Ihr hier! Gott im Himmel, welche Ueberraſchung! Ihr ſeid es alſo geweſen, die mir dies Feſt bereitet? Großer Gott, wie gluͤcklich machſt du mich!«

Arm in Arm und Bruſt an Bruſt lagen ſich Vater und Kinder, und hinter ihnen ſtanden freundlich lächelnd Herr Salomon und ſeine Gantin, und betrachteten das

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