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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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demann nun damit, vor allen Dingen erſt wieder das Stacket ſeines Gartens auf die gehörige Stelle zu brin⸗ gen, und ſich auf dieſe Weiſe ſein kleines Grundſtück förmlich wieder anzueignen. Die hellen Freudenthränen ſtanden ihm in den Augen, als Alles fertig war, und er zum erſten Male wieder ſeine gewöhnliche Thätigkeit in dem Garten begann. Jeden Strauch, jeden Baum, jede Blume begrüßte er als einen wiedergewonnenen, alten Freund, und widmete ihm in alter Weiſe Pflege und Sorgfalt.

Als er dann Alles wieder in gehörigen Stand ge⸗ bracht, begab er ſich zu Herrn Reinhold, ſeinem alten Gönner, und bat ihn, ihm das Häuschen wieder zu verkaufen, damit er ſeine letzten Lebenstage ungeſtört in den ihm ſo lieb gewordenen vier Wänden zubringen

könne. Bereitwillig ging Herr Reinhold darauf ein, und gab das Häuschen fuͤr dieſelbe Summe zurück, die er ſelber dafür entrichtet hatte. Vater Lindemann bezahlte baar, denn die Wiedererlangung ſeines Eigenthums ſetzte ihn in den Stand, daß er es ohne Beſchwerde thun konnte und ſogar noch ein erkleckliches Sümmchen übrig behielt. Als auch dieſes Geſchäft geordnet war, fühlte er ſich recht vollkommen zufrieden und glücklich wieder. Mit liebevollen Blicken betrachtete er bei der Heimkehr die engen, aber freundlichen Räume, die nun wieder ſein Eigenthum geworden waren, und dann warf er einen Blick in die Werkſtatt, wo ſeine Geſel⸗ len ſägten, hobelten und leimten, daß es eine Freude für ihn war. Jetzt iſt's keine Kunſt mehr, brav zu ſein!« murmelte er mit gefalteten Händen halblaut vor ſich hin.Auf weſſen Haupte Gottes Segen ſo ſichtbar

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