81
ſein Wort hielte, auf das Gericht zu gehen, und nicht nur die ganze Betrügerei zu enthüllen, ſondern auch ihn als den Dieb anzugeben, der ſeinen Nachbar be⸗ ſtohlen habe.“
»Das möchte Euch ſchwer zu beweiſen werden, Greulich,« entgegnete er mir ſpöttiſch.„Deſto ſicherer aber fallt Ihr ſelber dem Büttel in die Klauen, wenn Ihr die Fälſchung eingeſteht, die Eure Hand, nicht die meinige ausgeführt hat. Alſo geht nur ganz ruhig auf das Gericht und laßt Euch in's Zuchthaus ſperren, ich habe nichts dagegen einzuwenden. Wenn Ihr aber meint, von mir einen Pfennig zu kriegen, ſo ſeid Ihr in großem Irrthum!«
»Damit wies er mir noch einmal die Thüre, und als ich nicht gutwillig gehen wollte, ſondern ſchimpfte, tobte und mein vermeintliches Recht forderte, da warf er mich aus dem Hauſe hinaus auf die Straße. In der erſten Wuth wollte ich wirklich auf das Gericht laufen und Alles angeben, was auch daraus entſtehen mochte. Wenn ich gleich ſelber beſtraft zu werden er⸗ warten mußte, ſo ſollte doch auch der eigentliche Spitz⸗ bube ſeine gerechte Strafe empfangen. Aber in der Nacht beſann ich mich anders, und am nächſten Mor⸗ gen, als mein heißes Blut ſich abgekühlt hatte, dachte ich nicht mehr daran, den Angeber ſpielen zu wollen. Peterling war ſicher. Er wußte wohl, daß ich mich zweimal beſinnen würde, ehe ich mich ſelber und ihn in's Zuchthaus lieferte. Seine Rechnung traf zu, und er verhöhnte und verſpottete mich ſeitdem noch oben⸗ drein, wo er mich ſah, ſo daß ich mich möglichſt fern von ihm hielt.“.
»Jetzt aber, am geſtrigen Abende, traf ich ihn zu⸗
Nur immer brav. 6


