und verſtohlen ihm auf und beobachtete Alles, was drüben im Hauſe vorging. Oft auch, wenn ſchon die Dunkelheit der Nacht eingebrochen war, ſtieg er leiſe über das Stacket, welches ſeinen Garten von dem an⸗ dern trennte, und ſchlich wie eine Katze nach Vater Lindemanns Hauſe, um durch die Fenſter zu blicken und dem alten Manne aufzulauern. Indeß vergingen mehrere Wochen, ohne daß er durch dieſes heimliche Spioniren ſeinen Zweck erreichte. In der Regel traf er Vater Lindemann bei häuslichen Arbeiten, bei'’m Gemüſeputzen für den folgenden Tag, oder ſonſtigen dergleichen Vorbereitungen, oder er fand ihn mit einem Buche in der Hand, was nach dem Einband zu ſchlie⸗ ßen, irgend ein Andachtsbuch ſein mußte. Wenn er dann, nicht ſelten ganze Stunden lang, auf der Lauer geſtanden hatte, ſo klappte Vater Lindemann ſein Buch zu, oder ſchob Teller und Gemüſekorb zur Seite und begab ſich, anſtatt, wie Peterling gehofft hatte, endlich einmal nach ſeinem Verſtecke, ganz ruhig in ſeine Schlaf⸗ kammer, legte ſich zu Bett und loſchte ſeine Lampe aus. Meiſter Peterling aber mochte mit langer Naſe und innerlich voll Aerger und Grimm wieder abziehen.
So kam allmählig der Herbſt heran, und der gie⸗ rige, heimliche Spion hatte noch immer nichts entdeckt. Da ſah er eines Nachmittags ein paar Tagelöhner einen großen, prächtigen Schreibtiſch aus Vater Lindemanns Werkſtatt ſchaffen, und ſchloß auf der Stelle, daß die⸗ ſes koſtbare Möbel an den Beſteller deſſelben ſollte ab⸗ geliefert werden. 5
„Jetzt aufgepaßt!é ſagte er zu ſich ſelbſt.“ Der alte Lindemann wird die Tagelohner begleiten, wird das Geld für den Schreibtiſch, gewiß ſo vierzig bis fünfzig


