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Nur immer brav : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Und in der That, obgleich die Gelegenheit ſo nahe lag, ſich über das Stacket hinweg zu ſehen und mit einander zu plaudern, ſo kam dieß doch nur äußerſt ſelten vor. Vater Lindemann, wenn er den Nachbar Peterling, ſo hieß derſelbe und war ſeines Gewer⸗ bes ein Maurer, drüben erblickte, hütete ſich ſorg⸗ fältig, ihm zu nahe zu kommen, ſondern hielt ſich dann möglichſt dicht an ſeinem Hauſe, bis wohin eine Stimme von drüben nur bei tüchtigem Schreien vernehmbar wurde. Erſt wenn der Nachbar wieder fort war, wendete er ſich auch den entfernteren Beeten des Gar⸗ tens zu und widmete ihnen die gewohnte Sorgfalt. Manches Mal ließ er ſich aber doch von Meiſter Pe⸗ terling überraſchen, und das geſchah denn auch eines Abends, als er gerade am hintern Ende des Gartens mit dem Pflücken gruͤner Bohnen beſchäftigt war, um ſte für den folgenden Mittag zum Eſſen vorzurichten. Während er dem Nachbargarten den Rücken zukehrte, kam Meiſter Peterling durch den Wald ſeines Unkrau⸗ tes an die Hecke vor, und rief ein lautesGuten Abend! herüber.

Vater Lindemann erwiederte gelaſſen und freundlich den Gruß, und fuhr dann ungeſtört mit dem Pflücken der Bohnen fort.

Ihr macht eine ſchöne Aerndte dieſes Jahr, Nach⸗ bar, begann Peterling von Neuem wieder.Ich habe Euch ſchon lange um Euer gutes Gemüſe beneidet. Der Henker weiß, warum es bei mir nicht ſo wachſen und gedeihen will! Es muß ein ſchlechter Boden da hüben ſein.

»Am Boden liegt's wohl weniger, Nachbar!« ent⸗ gegnete Vater Lindemann.