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Freilich gewährte der Garten dem wackeren Meiſter Lindemann auch ſeine liebſte Erholung. Jeden Tag nach dem Feierabend ging er hinaus, wenn es nur irgend das Wetter erlaubte, und pflanzte, ſäete, ärndtete, grub den Boden um, raufte das Unkraut aus, oder begoß die Pflanzen, die des Waſſers bedurften, wie es eben die Jahreszeit mit ſich brachte. Wie ein gelern⸗ ter Gärtner hielt er Alles in beſter Ordnung, und wer in ſeinen Garten kam, mußte auch ſeine Freude daran haben.
Anders drüben. Dort ließ ſich nur ſelten Jemand im Garten ſehen, und eben ſo ſelten fiel es Jemandem ein, Harke, Hacke und Spaten zur Hand zu nehmen. So ſah denn dort Alles wüſt und verwildert genug aus, und auch das Haus im Garten gewährte keinen freundlichen Anblick, ſondern erſchien eher öde und un⸗ heimlich. Auf dem Dache fehlten hie und da die Zie⸗ geln, andere waren zerbrochen, und zu den Dachluken drang ungehindert Wind, Schnee und Regen ein. Von den Wänden waren große Flecke Putz abgefallen, und an zehn, zwanzig Stellen blickte das bloße nackte Mauerwerk hervor. Die Scheiben in den Fenſtern fehlten zum Theil ganz, zum Theil ſahen ſte blind und ſchmierig aus, als ob ſie ſeit Jahr und Tag nicht blank geputzt worden wären. Auf dem kleinen Hofe zwiſchen
dem Garten und Hauſe lag liederlich allerlei Gerüll,
Gerümpel und Hausgeräth herum, ſo daß man, ohne darüber zu ſtolpern, kaum in den Garten gelangen konnte. Kurz, man erkannte aus dem Cinzelnen und dem Ganzen, daß da drüben eine verlotterte Wirth⸗ ſchaft ſein mußte, und daß der Nachbar nach hinten zu ſehr wenig zu unſerem wackeren und ordentlichen Mei⸗ ſter Lindemann paßte.
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