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anderen Morgen kamen dann die bitterſten Augenblicke. Die Geſchwiſter umarmten den Vater, der Vater ſeine Kinder zum letzten Mal auf lange Zeit. Thränen floßen in einander, die Herzen bebten und zitterten, die Lippen zuckten. Der alte Mann hielt ſich noch am beſtem aufrecht.
»Nun iſt's genug!“ ſagte er, indem er ſich aus der Umarmung der Kinder losmachte, und Beiden ſegnend die Hände auf's Haupt legte.„Gehet jetzt mit Gott, und bleibt immer brav, damit die Stunde unſeres ein⸗ ſtigen Wiederſehens eben ſo froh ſein möge, als die Stunde des Scheidens traurig und ſchmerzenvoll. Geht, und Gott geleite Euch auf allen Wegen!«
Noch eine letzte Umarmung, ein letzter heißer Kuß, ein letztes Lebewohl— und einſam ſtand Vater Linde⸗ mann in ſeinem kleinen Zimmer, den Kopf geſenkt, beide Hände auf das alte, aber immer noch lebhaft pochende Herz gedrückt, und flüſterte mit zitternder Lippe den eeliebten Kindern die innigſten Segenswünſche nach. Marie rollte mit dem Poſtwagen zum Thore hinaus; Heinrich wanderte, ſein Ränzchen auf dem Rücken, in entgegengeſetzter Richtung davon. Keiner von Allen dachte an ſich ſelbſt, Jeder wünſchte nur den Anderen, daß es ihnen mit Gottes Hülfe allezeit recht, recht wohl ergehen möge. Und ſo muß es ja immer ſein bei Solchen, die einander mit aufrichtiger Liebe zuge⸗ than ſind.——


