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Nemesis : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Schurke iſt längſt ſchon reif für den Galgen, und muß endlich, zu Nutz und Frommen beſſerer Leute, als er, ſeine wohlverdiente Strafe erhalten. Ich zweifle nicht, daß er pünktlich um die Stunde der Mitternacht an deine Thür anklopfen wird. Und dann mache, was dir beliebt. Fürchte in keiner Beziehung etwas für meine Sicherheit. Ich habe meine Maßregeln ſo vor⸗ ſichtig genommen, daß mir Solms, und wäre er der kühnſte und ſchlaueſte Böſewicht, nun und nimmermehr beikommen kann!

Nach dieſen Worten ſchüttelte er dem Freunde die Hand, und wollte ſich entfernen. Mr. Wilſon aber hielt ihn feſt.

Aber was ſoll ich, was kann ich thun? fragte er in Todesängſten.Natürlich werde ich entſchieden meinen Beiſtand bei dem Morde verweigern. Doch iſt dies auch genug? Soll ich dem elenden Buben nicht entſchieden in den Weg treten, nicht ihn im Nothfalle ſelbſt über den Haufen ſchießen?

Nein, nein, auf keinen Fall, verſetzte Mr. Ha⸗ milton nachdrücklich.Der Menſch ſoll das Verbrechen begehen, und ſoll im Augenblicke der That ergriffen

und verhaftet werden. Nur ſo iſt es möglich, ihn in

die Arme des ſtrafenden Geſetzes zu ſchleudern. Fürchte meinetwegen nichts; ich bin unter allen Umſtänden in vollkommener Sicherheit. Laſſ' den Buben ſeinen Gang gehen, und verhalte dich für deine Perſon ganz paſſiv. Und nun, vorläufig gute Nacht! Ohne Sorge, alter Freund! Du ſollſt noch Tage der Zufriedenheit

und des Glückes erleben! Ich ſtehe dir dafür.

Noch einen warmen Händedruck, und Mr. Hamil⸗ ton ging. Von Zweifel und Bangen erfüllt, warf ſich

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