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Nemesis : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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nie, daß ſie von den ihm untergebenen Unter⸗Auf⸗ ſeher mit Härte, oder gar mit erbarmungsloſer Grau⸗ ſamkeit behandelt wurden. Daher kam es, daß er von den Schwarzen nicht nur reſpektirt, ſondern auch wahrhaft geliebt wurde. Jeder von ihnen hätte mit Freuden ſein Leben für ihn geopfert.

Wie Benjamin außerhalb des Hauſes, ſo ſchaltete ſeine nur ein Jahr ältere Schweſter Emmy im Innern deſſelben. Sie führte die Oberleitung des ganzen Haushaltes, und wurde von den Haus⸗Sclaven als immer freundliches, immer wirthſchaftliches, immer hülfsbereites Hausmütterchen faſt angebetet und auf den Händen getragen. Ihre Lieblichkeit und Anmuth, ihr gütiges Herz und ihr ſanftes Weſen nahm Jeder⸗ mann, der in ihre Nähe kam, für ſie ein. Die Be⸗ ſitzer der umliegenden Pflanzungen nannten ſie unter ſich nie anders, als die Blume des Miſſiſſippi, und wie eine Blume war Emmy in der That, eine Blume, ebenſo friſch, ſo lieblich, und anmuthig, wie die Königin aller Blumen, die jungfräuliche Roſe.

Reichthum, Familien⸗Glück, Geſundheit, braucht es mehr zu vollkommener Zufriedenheit?

Ach ja! Noch Eines gehört dazu, ohne welches alles Uebrige illuſoriſch wird: ein gutes Gewiſſen!

Nun freilich, der geehrte, der gefeierte, der allge⸗ mein geachtete Mr. Wilſon, er mußte doch ein gutes Gewiſſen haben. Wer ſonſt konnte es haben, wenn nicht er, der Mann, auf welchen jeder Nachbar ſtolz war; der Mann, welcher ſeit vielen Jahren als der Erſte dageſtanden hatte, als der Erſte, der Vor⸗ derſte, wenn es galt, irgend ein gemeinnütziges Un⸗ ternehmen auszuführen, oder irgend einen guten Zweck

Nemeſis. 2