Druckschrift 
Nemesis : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

13

ſammen, und ſchloß ihn nebſt der Brieftaſche in einen Schrank ein. Hierauf ergriff er ſeinen Hut und ent⸗ fernte ſich aus ſeiner Wohnung, um ſich zu ſeinen gewohnten Geſchäften nach der Bank zu begeben.

Zum letzten Male! brummte er vor ſich hin. Morgen iſt die Sclaverei vorüber, und ein neues Leben der Wonne und des Glückes beginnt.

Am folgenden Tage erſchienen weder der Kaſſierer Peters, noch der Buchhalter Solms in dem Bank⸗ Gebäude. Als der Bank⸗Direktor nach ihnen ſchickte, und der Bote mit dem Beſcheid zurück kam, daß er die beiden Herren vergebens in ihrer Wohnung und an anderen Orten aufgeſucht habe, ſchien eine Ahnung des Geſchehenen im Kopfe des Direktors aufzudäm⸗ mern. Er ordnete ſofort eine Reviſion der Kaſſe an, und machte die unerfreuliche Entdeckung, daß eine Summe von über zweimalhunderttauſend Thalern in Gold und Papieren fehlte. Dazu kam der falſche Wechſel, welchen der Kaſſierer ausgeſtellt und in Um⸗ lauf geſetzt hatte, und drückte vollends das Siegel auf den Verdacht, daß Peters und Solms die Kaſſe be⸗ raubt haben müßten.

Augenblicklich wurden Anſtalten getroffen, der ent⸗ flohenen Verbrechern wieder habhaft zu werden. Durch öffentliche Blätter, durch Polizei und Gensdarmen wurde auf ſie gefahndet, aber ſie waren und blieben ſpurlos verſchwunden. Keine Nachforſchung führte zum Ziele, und nach einigen Monaten ſchien der freche Diebſtahl in das Meer der Vergeſſenheit verſunken zu ſein. Nur der Bank⸗Direktor murmelte noch zuweilen mit einer Verwünſchung: