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Eintreten waren wir Beide bedient, und mit ſtillem Vergnügen bemerkte ich, wie mein Begleiter ſich ſeinen Braten ſchmecken ließ. Ich ſah ihm an, daß ſein Appetit noch keineswegs geſtillt war, als er ſeinen Teller geleert hatte, und ließ noch eine Portion nebſt einer Flaſche Wein bringen. Der arme Burſche hieb von Neuem tapfer ein, und in ſeinen glänzenden Augen las ich, wie köſtlich ihm der Wein mundete, der in ſeinem Glaſe perlte.
Ich war ſehr neugierig, über ſein Verhältniß zu Fels nähere Auskunft zu erlangen, aber gleichwohl gönnte ich ihm volle Zeit, vor allem Anderen aber ſei⸗ nen Hunger zu ſtillen, und ermunterte ihn, immer noch einmal zuzugreifen. Er ließ ſich auch nicht lange nö⸗ thigen; endlich jedoch legte er Meſſer und Gabel weg, und blickte mich mit ſeinen hellen, treuherzigen, blauen Augen dankbar an.
„Sie wiſſen nicht, was für eine Wohlthat Sie mir erwieſen haben,“ ſagte er.„Seit ſechsunddreißig Stun⸗ den hatte ich nichts genoſſen, als eine trockene Brod⸗ rinde, und war alſo recht tüchtig hungrig. Jetzt danke ich Ihnen von Grund meiner Seele!“
„Gar nicht Urſache,“« erwiederte ich.„Kameraden müſſen einander immer beiſtehen, und ich betrachte dich bereits als einen Solchen. Aber wie biſt du in eine ſo bedürftige Lage gekommen, Martin?“«
„Ach, Herr, das iſt bald erzählt,« antwortete er. „Als bei uns der Aufruf des Königs bekannt gemacht wurde, da hielt es mich nicht mehr zu Hauſe, und ich mußte hierher, um mich zu dem Heere zu ſtellen. Herr Fels war auch nach Breslau gegangen, und ich dachte,


