dung. So verging mir ein Tag nach dem anderen, wie im Fluge. Langeweile habe ich nie kennen gelernt, denn ich hatte ſtets alle Hände voll zu thun, und durfte mir kaum den allernöthigſten Schlaf vergönnen. Nun ſind die drei Jahre herum, ich habe die ÜUniverſität ab⸗ ſolvirt, und kann mich weiter in der Welt umſehen! 3 Ich verſichere dir, Rudolph, ich empfinde ein angeneh⸗ 4 mes Gefühl bei dem Gedanken, daß es mir ſo durch
Fleiß, Sparſamkeit und Mäßigkeit gelungen iſt, mich durchzuſchlagen!«
„»Aber dennoch iſt es mir unbegreiflich, wie du es ausgehalten haſt!«
„Ich mußte es aushalten, um mein Ziel zu er⸗ reichen! Und glaube mir, ſelbſt in der Entbehrung liegt 3 ein Genuß, wenn man ſich ſagen kann, daß man ent⸗ behrt, um eines edlen und hohen Zweckes willen!«
»Aber drei lange Jahre entbehren!« rief Rudolph aus.„Tag für Tag entbehren, Tag für Tag arbeiten ohne Ausſicht auf eine Erholung, Tag für Tag hun⸗ gern, frieren und ſorgen für den kommenden Tag! Es iſt zu viel! Wenn du nun krank geworden wäreſt, Fritz?«
„Dann hätte ich deine Hülfe in Anſpruch genom⸗ 4 men!« ſagte Fritz offen und treuherzig.„Daß ich die⸗ ſen Rückenhalt beſaß, hat mich vielleicht gerade geſund erhalten, und mir jedenfalls über Vieles hinweg ge⸗ holfen. Aber der Himmel bewahrte mich vor einem derartigen Unglück!«
„Und was gedenkſt du nun zu beginnen, Fritz?«
„Es bleibt mir, wie ſchon erwähnt, nichts Anderes übrig, als mich nach einer Hauslehrer⸗Stelle umzuſehen.
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