„Mein Pferdejunge lernt Franzöſiſch! Da hört doch Alles auf, was glaublich iſt! Sage'mal, Junge, zu was ſoll denn das?«
»Nun, Herr Oberſt⸗ Wachtmeiſter, die Grammatik iſt mir nur ſo zufällig in die Hände gefallen, und da habe ich eben ein bischen darin herumgeſtöbert, erwie⸗ derte Fritz.„Außerdem— Sie wiſſen das ja viel beſ⸗ ſer, als ich, gnädiger Herr— die Franzoſen ſollen gar nicht ſehr weit von hier ſtehen, wie man ſagt, und wenn ſie ja einmal hierher kommen ſollten, da wär's doch gut, wenn man ſich ein bischen in ihrer Sprache mit ihnen verſtändigen könnte.“
„Hm! Das wäre mir ein ſchlimmer Beſuch, die Herren Franzoſen,“ ſagte der Oberſt⸗Wachtmeiſter nach⸗ denklich.„Zum Glück liegt die große Landſtraße ziem⸗ lich abſeits, und darum hoffe ich, wir werden verſchont bleiben. Bei alledem,— unmöglich wär's doch nicht. Höre'mal, Fritz, was würdeſt du thun, wenn du zu⸗ fällig von ſolch einer Bande Marodeurs üͤberfallen würdeſt?«
»Was ich thun würde, gnädiger Herr?« antwortete Fritz, und ſein Auge blitzte von Muth und Kühnheit; —„na, meine Fohlen hier ſollten ſie gewiß nicht krie⸗ gen, das können Sie mir glauben, gnädiger Herr! Was ich thun würde? Ei, die Gatterthür würde ich auf⸗ reißen, und dann, heidi fort mit der ganzen Heerde hinein in den Wald! Da ſollten ſie nachlaufen, die
Frranzoſen! Vier Beine greifen beſſer aus, als zwei!“«
Und er lachte laut und fröhlich.
»Aber du, Fritz? Meinſt du, die Franzoſen würden nicht Rache nehmen, wenn du ihnen einen ſolcher Streich ſpielteſt?«


