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Das große Loos : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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willig und zurückweiſend zur Seite; Richard dagegen blickte nachdenklich vor ſich hin, und ein ſeltſames Feuer funkelte in ſeinen Augen.

Zweimalhunderttauſend Thaler! murmelte er. Georg, da wär ein Schlag zu machen! Wenn das Glück wollte....«

Aber Richard, wohin verirrt ſich deine Phantaſte?« rief Georg aus.Du kannſt doch unmöglich ſo thöricht ſein, dein Geld zum Fenſter hinauswerfen zu wollen! Unſinn! Wir gebrauchen unſere kleine Baarſchaft noͤthiger.

Georg fühlte das Gegründete von Richards Ein⸗ wande, und ein wenig beſchämt ſchwieg er.

Was wollen Sie, was ſagen Sie? nahm dagegen der Jude wieder das Wort.»Haben Sie doch liegen auf dem Tiſche da vor ſich einen ganzen Haufen Geld, und koſtet's doch nur eine Kleinigkeit, daß Sie können werden mit einem Schlag ein ſteinreicher Mann, wo fahren kann vierſpännig in der ſchönſten Equipage mit Kutſcher und Bedienten! Ich ſag' Ihnen, greifen Sie zu! Es wird Ihnen nicht wieder geboten, und wenn Sie mich heißen fortgehen, ſo heißen Sie fortgehen Ihr Glück! Was beſinnen Sie ſich? Greifen Sie zu! Ich kann Ihnen zuſchwören, daß gewinnen wird das Loos, das Sie nehmen!

Wenn du das ſo gewiß weißt, Menſch, warum behältſt du denn das Loos nicht für dich?« fragte Georg den Juden.

Hab' ich doch kein Glück mit der Ziehung, er⸗ wiederte der Jude raſch.Bringt das Loos doch erſt Glück, wenn es kommt in andere Hand! Ein armer alter Hauſierer kann nie gewinnen, was ſicher gewinnt