Erholung, als allenfalls einen Spaziergang auf ſchmutzi⸗ gen Feldwegen. Es iſt ein wahres Elend, Georg, daß ich nicht ſo reich wie lebensluſtig bin! Wenn ich Geld hätte, Nichts in der Welt brächte mich aus der Haupt⸗ ſtadt fort! Hier iſt Leben, Bewegung, Wechſel,— in der Provinz dagegen,— ach, ich mag gar nicht dar⸗ über nachgrübeln!“
Georg zuckte die Achſeln. Er kannte dieſe Redens⸗ 1
arten bereits.
„Richard, du biſt ein Narr!“ ſagte er.„Arbeite, und du wirſt deine Grillen vergeſſen. Wenn du wirk⸗ lich Geld, viel Geld ſogar hätteſt, wer weiß, ob es dir Segen bringen würde! Ich für meinen Theil be⸗ zweifle es, denn du würdeſt bloß deinem Leichtſinne folgen, deinem Hange zu Zerſtreuungen nachgeben und darüber deine ganze Lebensaufgabe vergeſſen. Bedenke doch nur um Gotteswillen, daß der Menſch nicht zum Vergnügen, ſondern vor Allem zur Arbeit geſchaffen iſt! Wenn du noch einmal ſo thöͤrichtes Zeug ſprichſt, wirſt du mich ernſtlich böſe machen.«
„Nun ja, weiter fehlt ja nichts, als daß du mir
noch den Stuhl vor die Thüre ſetzteſt,“ erwiederte Ri⸗
chard lächelnd.„Na, ſei nur wieder gut, alter Junge! Ich bekenne, daß ich thöricht geſprochen habe, und es ſoll nicht wieder die Rede davon ſein.“
Bei dieſen Worten bot er dem Freunde mit ſo gut⸗ muthigem Lächeln die Hand über den Tiſch hin, daß Georg ſofort allen Groll vergaß und ebenfalls lächelnd einſchlug. Der Friede war geſchloſſen, Richard erklärte, auf der Stelle noch ein paar Briefe ſchreiben zu wol⸗ len, um ſich irgendwo eine Anſtellung zu verſchaffen, „und wenn es auch an der Welt Ende wäre“, wie er
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