mir Gott Kraft und Geſundheit erhält, will ich gewiß nichts unterlaſſen und verſäumen, um mich für die Opfer dankbar zu beweiſen, die deine liebevolle Für⸗ ſorge für mein Wohl gebracht hat. Das gelobe ich dir, Vater!“
„Und ich nehme dein Geluübde an,“ erwiederte der Vater mit einem zärtlichen Blicke auf den wackern Kna⸗ ben.„Ja, ich kann ruhig ſterben und in Demuth ſa⸗ gen: Herr, in deine Hände befehle ich meinen Geiſt! Tod, wo iſt nun dein Stachel? Gott weiß, daß ich allezeit redlich geſtrebt habe meine Schuldigkeit zu thun,— warum ſollte ich nun fürchten, vor ſein liebreiches, leuchtendes Angeſicht zu treten? dich mein Sohn, ſegne
der Himmel! Ich vertraue auf dich, daß du allezeit
rechtſchaffen handeln wirſt, und das wird dir Gott leh⸗ ren, wie es mir den Augenblick des Todes erleichtert!“
Stilles unterdrücktes Schluchzen der Mutter und des Sohnes folgten dieſen Worten des braven Mannes, und auch der Canzleirath fühlte, wie eine Thräne der Rührung ſein Auge feuchtete. Schweigen, tiefes Schwei⸗ gen herrſchte eine Zeitlang in dem kleinen Zimmer, das erſt nach einer geraumen Weile von dem Kranken un⸗ terbrochen wurde.
„Ja, Herr Canzleirath,“ ſprach er mit allem Nach⸗
druck, den er noch in ſeine Stimme legen konnte,—
ves liegt ein unendlich, unausſprechlich ſüßer Troſt in dem Bewußtſein, für die Seinigen geſorgt zu haben, da es noch an der Zeit war. Barmherziger Gott, wie ſchwer würde mir das Sterben werden, wenn ich mir den Vorwurf machen müßte, daß durch meine Schuld und Vernachläſſigung Weib und Kind nach meinem Tode darben und Mangel leiden müßten? Gott ſegne
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