und Schnee, dann der Sturz in die Tiefe, dann die eiſige Kälte während den ewig langen Stunden, die ich hülflos im Steinbruche verbringen mußte,— das iſt mehr, als die ſtärkſte menſchliche Natur zu ertragen ver⸗ mag.— Weine nicht, Elsbeth,«— wendete er ſich wieder zu ſeiner Frau, die heftig ſchluchzte, und ſtreichelte liebkoſend ihre thränenfeuchte Wange;— weine nicht! Es muß einmal geſchieden ſein, und ich ſterbe, wenn auch nicht mit Freuden, ſo doch mit Ergebung in Got⸗ tes Fügungen. Es wird mir ſchwer, von dir und von unſerem Knaben zu ſcheiden, aber ich habe doch einen, einen ſüßen und beſeligenden Troſt, den: daß ich von Euch gehen kann ohne ſchwere Sorge für Eure Zukunft. Oh, Herr Canzleirath, hier, auf meinem Sterbe⸗ und Schmerzenslager ſage ich Ihnen noch einmal Dank, daß Sie mir damals zu der Verſicherung meines Lebens gerathen haben. Sehen Sie, als ich hülflos in dem öͤden, kalten Steinbruche lag und mit furchtbaren Schmer⸗ zen rang, da war der Gedanke, daß einſt mein Sohn die Mittel haben werde, etwas Tüchtiges zu lernen und ſich auszubilden, wie ein Engel des Troſtes an meiner Seite. Gutes Weib, ich laſſe dich nicht arm und hülf⸗ los zurück, und unſer Wilhelm wird dir dereinſt eine zuverläſſige und feſte Stütze ſein. Ich weiß das, denn
ich kenne ihn!“
„Und ich verſpreche es dir, Vater, lieber Herzens⸗ Vater!“ ſagte der Knabe, welcher vor einem Weilchen leiſe eingetreten war und die ihn betreffenden Worte ſeines Vaters gehört hatte,„ich verſpreche es dir und gelobe es in deine Hand,“ wiederholte er, indem er näher trat, und die ſchlaffe Hand des Sterbenden er⸗
griff, um ſeine Lippen darauf zu drücken,—„wenn


