Druckschrift 
Die Lebensversicherung : Eine ernste Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

ſames Schickſal dich mir

Kiſſen zuruͤcklehnte. Ihr Mann folgte langſamer, aber,

als er wieder an der Seite ſeiner Frau Platz nahm, 8 zeigte auch ſein Geſicht eine ernſte Miene, und eine leichte Wolke von Beſorgniß beſchattete ſeine Stirn. Es iſt der reiche Kaufmann Schulze, den ſie dort mit Glockenklang und Poſaunenſchall zu ſeiner letzten Ruheſtätte führen, ſagte er.Merkwürdig, wie raſch der Tod ſo manchen Menſchen hinwegrafft. Noch vor acht Tagen war jener Mann kräftig und kerngeſund, 4 da ſtürzt er mit dem Pferde, zerſchmettert ſich den Schädel, und da geleiten ſie ſeine Leiche! Merk⸗ würdig! Der Mann hätte noch fünfzig Jahre leben können, ohne dieſen unglücklichen Zufall. Da ſiehſt du, lieber Mann, ein ſchlagendes Bei⸗

ſpiel, daß man nicht auf ſeine unerſchütterliche Geſund⸗ heit pochen ſoll,« verſetzte die Frau Regiſtrator in ſehr ernſtem Tone.Niemand, auch der Stärkſte und Kräf⸗ tigſte nicht, iſt nur auf einen Augenblick ſeines Lebens ſicher. Der unglückliche Mann, daß er ſo plötzlich hat enden müſſen! Wie ſchwer muß es ihm geworden ſein,

itten in der Blüthe und Fülle des Lebens von ſeiner 5 1 tin, ſeinen Kindern zu ſcheiden! Und doch hatte er nigſtens Einen Troſt im Sterben: die Gewißheit,

daß die Seinige wie ſchmerzlich ſte auch das Familien⸗ haupt vermiſſen und beweinen mögen, doch durch den Tod deſſelben nicht Noth und Mangel geſtürzt we den! Wie viele Familienväter müſſen von dieſer ſcheiden ohne ſolchen Troſt, eeoeh das Sterben

endlich erleichtern und dem den bitterſten Stächel

nehmen muß! Wenn ich mir denke, daß eines Tages ein grau⸗

entreißen könnte, 0