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Ein Königssohn : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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der Seite des Königs ſtanden, und der Nationalgarde zu einem Zuſammenſtoße. Herr von Goguelat drängte den Befehlshaber der Letzteren mit ſeinem Pferde und zog den Säbel gegen ihn; der Major der Nationalgarde feuerte ein Piſtol auf ihn ab, und verwundete ihn an der Schulter. Das Pferde bäumte ſich und warf ſei⸗ nen Reiter ab. Die Huſaren, welche Herr von Choi⸗ ſeul herbeigeführt hatte, ruͤhrten ſich nicht, und von nun an ſah man deutlich genug, daß auf ſie nicht mehr zu rechnen ſei.

Jede Hoffnung war nun verloren; was allein noch die Lage der Sache hätte ändern können, wäre die Ankunft des Herrn von Bouillé geweſen, aber ſtatt Seiner eilten von allen Seiten Nationalgarden herbei, um ihre Kameraden in Varennes zu unterſtützen. Die immer wachſende Menſchenmenge überfüllte die kleine Stadt, welche durch dieſe Nacht eine traurige Berühmt⸗ heit in der Geſchichte erlangen ſollte.

Zwiſchen ſechs und ſieben Uhr Morgens kam Ro⸗ meuf, der Adjutant Lafayettes, in Begleitung Bayon's, eines Officiers der Pariſer Nationalgarde, mit dem Befehle der National⸗Verſammlung von Paris an, daß man den flüchtigen König nach ſeiner Haupiſtadt zu⸗

rückbringen ſolle, wo man ihn auch erreichen möge.

Bayon trat allein in das Zimmer des Königs. Sein von Natur ſehr finſteres Geſicht hatte durch die An⸗ ſtrengung und Aufregung einen noch düſtereren Cha⸗ rakter angenommen; mit verwirrtem Haar, die Kleider in Unordnung, mit leidenſchaftlich erregten Zügen nä⸗

herte er ſich dem Könige und ſagte ſtammelnd und abgebrochen:Sire, Sie wiſſen... ganz Paris er⸗

wurgt ſich jetzt vielleicht... unſere Frauen und Kin⸗