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»Ah, nun verſtehe ich!“« ſagte Marianne.»Darum war er jenen Abend ſo nachdenklich! Bei alledem, ein halbes Wunder bleibt es doch, und ich will nur hoffen, daß die Umwandlung von Dauer iſt.“«
„Daran zweifle ich nicht,“ erwiederte Herr Krem⸗ pelhuber mit dem Ausdrucke feſter Ueberzeugung.“ Wer es ſo ernſt meint mit ſeiner Beſſerung, wie unſer Matthias, kann des guten Erfolges gewiß ſein.“
Die Zukunft lehrte, daß Herr Krempelhuber Recht hatte. Matthias wich nicht wieder von dem betretenen beſſeren Pfade ab, und ſeine guten Gewohnheiten wur⸗ den bei ihm zur anderen Natur, wie ſie es bei ſeinem väterlichen Freunde geworden waren. Noch heute ſeg⸗ net er das Andenken ſeines braven Großvaters Daniel, und gerne wendet auch er das Sprichwort an, was Jener ſo häufig im Munde führte, das gute, alte, wahre Spruͤchwort:
Jung gewohnt, alt gethan.
Er ſtand ſich gut dabei, und hatte es nie zu be⸗ reuen, daß er es noch zu rechter Zeit kennen gelernt und zu ſeinem eigenen Wahlſpruch genommen hatte.
Druck von C. Hoffmann in Stuttgart.


