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Jung gewohnt, alt gethan : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Kopf.Nein, nichts weniger, als gelangweilt, mein beſter Onkel, erwiederte er nachdenklich.Noch mehr, ich habe mir die gute Lehre wohl gemerkt, die man aus den Schickſalen Valentin's entnehmen kann. Und nicht wahr, Onkel, es war auch vorzugsweiſe Ihre Abſicht, mir dieſe Lehre beizubringen?«

Es iſt ſo, Matthias! erwiederte Herr Krempel⸗ huber einfach..

»Ja, ja, ich dacht' es mir wohl!« ſagte der junge Menſch.In Valentin haben Sie mir ein Spiegel⸗ bild von mir ſelber gegeben. Ja, ja, ich weiß wohl, und ſehe es jetzt noch beſſer ein, als fruͤher, daß mir manche üble Gewohnheiten von meinen eigenen Kinder⸗ jahren her ankleben, aber da ich's nun weiß, will ich mich auch noch mehr, als bisher, bemühen, ſie abzu⸗ legen und dem Beiſpiele Valentin's zu folgen. Mein theurer Onkel, wie gütig war es von Ihnen, daß Sie mir bis jetzt ſo viel Nachſicht ſchenkten. Ich werde das nie vergeſſen, und Ihnen meine Dankkarkeit ſo zu be⸗ weiſen ſtreben, wie Valentin ſie ſeinem nachſichtigen und freundlichen Principale bewieſen hat. Aber noch eins, Onkel. Darf ich mir eine vielleicht zu dreiſte Frage erlauben?«

Frage nur! Ich werde dann ſehen, ob ich dir ant⸗ worten kann.

»Nun denn, nicht wahr, Sie ſelber ſind jener Valentin, deſſen Verirrungen und Umkehr Sie mir ſchilderten?«

Herr Krempelhuber lächelte ſtill vor ſich hin. Nach einem Weilchen ſagte er:Ich habe keinen Grund, ein Geheimniß daraus zu machen, Matthias. Nun ja denn,