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laut auf, und ſtürzte auf den alten, treuen, wackeren Freund zu, um ihn in ſeine Arme zu ſchließen.
„Aber das Nebelbild wich vor ihm zurück, löſte ſich auf in Dunſt und Schatten, und Valentin ſtand allein zitternd, betäubt, wie vernichtet in ſeiner einſamen, dunkeln Kammer. Einen einzigen, gellenden Schrei ſtieß er aus, und dann ſank er auf einen Stuhl neben dem Schranke nieder und rang mit verzweifelter An⸗
ſtrengung nach Faſſung.
„Plötzlich brach ein Thränenſtrom aus ſeinen Augen, der ſein Herz erleichterte. Er fiel auf die Knie nieder, verbarg ſein Geſicht in den Händen und betete.
„Oh, mein Gott,“ ſchluchzte er, das war eine War⸗ nung von dir! Die liebevolle Erinnerung an den red⸗ lichen Freund, deſſen Bild ich unauslöſchlich in meinem Herzen trage, mußte ſich vor meinem inneren Auge zu einer ſichtbaren Geſtalt verdichten, um mich von dem Abgrunde zurückzureißen, dem ich unrettbar zutaumelte. Ich danke dir, mein Gott! Von Grund der Seele danke ich dir, daß du den Schleier der Verblendung zerriſſeſt, der mir das ſchreckliche Ende meines ſchuldbefleckten Lebens verbarg. Jetzt ſehe ich klar, daß ich im Begriff ſtand, Schändliches zu thun, aber ſo wahr Gott ſicht⸗ barlich mir beigeſtanden hat, ſo wahr will ich es weder jetzt, noch jemals thun. Empfange mein Gelübde, o Herr! Ich habe geſtrauchelt, aber von jetzt an will ich wachen und beten, daß ich nicht wieder in Anfechtung falle. Amen!“
„Es war ihm, als ob noch eine andere Stimme Amen zu ſeinem Gelöbniſſe ſpräche, aber er wußte wohl, daß dies nur eine Täuſchung ſeiner tief und mächtig erſchuͤtterten und aufgeregten Sinne ſei, wie es vorhin
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