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Jung gewohnt, alt gethan : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Armer Junge, armer Junge, glaub's wohl! ſagte Herr Krempelhuber mitleidig.Nun, du ſollſt aus⸗ ruhen und zu eſſen bekommen, daß du genug haſt, aber vor allen Dingen mußt du dich ſäubern und Schuhe und Strümpfe anziehen, denn ſo, wie du jetzt daſtehſt, kann ich dich nicht zu meiner Schweſter bringen. Ein Glück, daß ſie grade im Garten beſchäftigt iſt. Warte, ich will Liſette rufen. Die ſoll dich auf dein Zimmer führen und dir Waſchwaſſer, Seife und Bürſte bringen. He, Liſette! Liſette!

Die Magd kam und Herr Krempelhuber ertheilte ihr die nöthigen Weiſungen. Voller Verwunderung ſtarrte ſie den fremden Gaſt an.

Der ſoll bei uns bleiben? ſagte ſte.Der ſieht ja ſchlimmer aus, als der ſchlimmſte Straßenjunge! Nun, da bin ich neugierig, was Mamſell Marianne dazu ſagen wird! Ei Herrje, Herrje! Den kann man ja gar nicht anfaſſen, ohne ſchmutzige Finger zu kriegen.

Thut nichts, Liſette! fiel ihr Herr Krempelhuber in die Rede.Warmes Waſſer und Seife thun da Wunder! Denke nur, der arme Burſch iſt während ganzer drei Wochen in kein Bett gekommen, ſondern hat jede Nacht unter freiem Himmel geſchlafen! Da kann er natürlich nicht ſehr ſauber ausſehen!

Ach, du lieber Gott! Drei Wochen in kein Bett, das iſt ja erſchrecklich! rief Liſette, plötzlich ganz um⸗ gewandelt, voller Mitleid aus.Ja, da freilich! Nun, ſo komm' mein Söhnchen! Wir wollen bald wieder Grund auf die Haut bekommen. Gott ſei Dank, an Seife fehlt's hier im Hauſe nicht.

Die alte Magd, noch älter an Jahren, als ihre Herrſchaft, die ſie als Kinder ſchon auf ihren Armen

Jung gewohnt ꝛc.