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Jung gewohnt, alt gethan : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Die Zehrung machte auch nicht viel. In den erſten acht Tagen reichte aus, was mir der Herr Vormünder von Brod und Speck mit auf den Weg gab, und nach⸗ her fand ich gewöhnlich, bald bei einem Hirten auf dem Feellde, bald in einer Bauernhütte freundliche Aufnahme und ein Butterbrod oder ein Glas Milch. Es gibt viele gute Leute in der Welt, Herr, und faſt Alle, die ich angeſprochen, haben Mitleiden mit mir gehabt. Der Herr Onkel hat mir fünf Thaler mit auf den Weg gegeben, und die hab' ich heute noch, bis auf vier Groſchen, die ich geſtern Mittag für eine Suppe und ein wenig Fleiſch ausgab. Nehmen Sie es nicht 4 übel, Herr Krempelhuber, aber es ging nicht anders, mich hungerte ſo ſehr, und das Gaſthaus war das einzige Haus weit und breit. Da mußt' ich einkehren, und Sie werden's wohl wiſſen, in einem Gaſthauſe wird Einem nichts geſchenkt. Herr Krempelhuber ſchüttelte ganz erſtaunt den Kopf. Nun, wenn du ein ſolches Leben ſeit drei Wochen 1 geführt haſt, ſagte er,dann iſt's freilich kin Wun⸗- 1 der, wenn du ein bischen verwahrlost ausſiehſt. Aber ein wenig abſtäuben hätteſt du dich wohl können, und dir Geſicht und Hände waſchen, ehe du herein kamſt. Ja, daran dacht ich nicht, ich war nur froh, daß ich endlich hier ankam und nun hörte, daß dies die Stadt ſei, wo ich bleiben ſollte, antwortete der Knabe. 4 So biſt du wohl auch tüchtig müde und brav hungrig, wie? 2 Ja, Herr, müde zum Umſinken, denn ich habe drei Meilen in einem Striche gemacht, ohne anzuhalten, und gegeſſen hab' ich auch nichts ſeit Mittag. Da kann man wohl hungrig und müde werden. 3

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