danken jetzt jedenfalls zu ſpät, und Hans that wohl daran, daß er ſte ſo viel wie möglich verſcheuchte. Sie konnten ihm nichts mehr helfen, ſondern hoͤchſtens ihn entmuthigen. Und das durfte nicht ſein; er mußte die Suppe nun ſchon eſſen, die er ſich eingebrockt hatte.
Sehr ſchnell kam aber auch die Zeit, wo ihm alle Gedanken ganz von ſelber vergingen, wo ihm Ver⸗ gangenheit, Gegenwart und Zukunft, Alles vollkommen egal und gleichgültig wurde. Die leidige Seekrankheit packte ihn ſo gut, oder vielmehr ſo ſchlimm, wie alle übrigen Paſſagiere,— und nun lag er da, nicht viel beſſer, als ein Scheit Holz, unempfindlich gegen Alles, was außer ihm vorging, in ſeinem Innern aber hunde⸗ elend ſich fühlend, daß er jeden Augenblick ſeine Seele aufgeben zu müſſen vermeinte.
Dieſer troſtloſe Zuſtand hielt mehrere Tage und Nächte an, bis der„Baltimore“ endlich den Kanal paſſirt hatte, und nun im Atlantiſchen Ocean das Wet⸗ ter heiter wurde, der heftige Wind ſich legte, die hoch⸗ gehenden Wogen ruhiger wurden, und das unerträgliche Schaukeln und Stampfen des Schiffes nachgerade ſich in einen ruhigen ſteten Lauf vewandelte. Mit dem heiteren Sonnenſchein kehrte auch die Geſundheit und heitere Laune der Paſſagiere zurück, und Hans fühlte ſich wie neu belebt und neu geboren. Von ſeinen Lei⸗ den befreit, ſchlug er ſich die Vergangenheit wieder gänzlich aus dem Sinn, und wandte ſeinen Blick mit verdoppelter Sehnſucht nach Weſten, wo ihm, wie er
hoffte und vermeinte, alles Heil und aller Segen der
Welt erblühen müſſe. Glücklich und raſch ſegelte der„»Baltimore“ über den Atlantiſchen Ocean, und nach einer Fahrt von acht⸗


