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Jenseits des Meeres : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſollen; als aber ſein Vater gegen Feierabend zu ihm kam, um die Arbeit nachzuſehen, da fand es ſich, daß ſie noch kaum zur Hälfte fertig war, und daß auch das bereits Fertige noch viel an Vollkommenheit zu wün⸗ ſchen übrig ließ. Dem Vater lief die Galle über, und er mußte ſich mit Gewalt zurückhalten, um dem faulen Taugenichtſe nicht ein paar Maulſchellen zu geben. Doch faßte er ſich noch und ſagte ruhig aber ernſt:

»Du biſt ein Tagedieb! Wer aber dem Tage die Stunden abſtiehlt, der ſoll ſie ihm des Nachts zurück⸗ geben. Du wirſt deine Arbeit fertig machen, und ſoll⸗ teſt du bis Mitternacht dabei zubringen müſſen! Wo nicht, ſo ſchaffe ich dich morgen aus dem Hauſe, und bringe dich bei einem fremden Tiſchler als Lehrling unter, wo du es dann ſchwerlich ſo gut haben wirſt, als hier im Hauſe deiner Eltn⸗ die noch viel, viel zu nachſichtig mit dir ſind.

Hans empfing die Weiſung mit verbiſſenem Trotze, und über die Drohung zuckte er nur die Achſeln. Na⸗ türlich mußte er es wohl geſchehen laſſen, daß der Vater nach dem Feierabend ihn in die Werkſtatt einſchloß, aber es fiel ihm nicht ein, dem empfangenen Befehle nachzukommen, und an dem Möbel weiter zu poliren. Vielmehr machte er ſich ein bequemes Lager aus einem großen Haufen trockener Späne, und als es dunkel wurde, zündete er die Lampe an, ſetzte ſie auf einen Stuhl daneben, ſtreckte ſich lang auf ſeinem Lotterbette aus, und las in einem Romane, den er ſchon am Mor⸗ gen in die Taſche geſteckt hatte, um ſich während des Tages durch verſtohlenes Durchblättern deſſelben die Zeit zu vertreiben. Er las und las; einige Stunden ver⸗