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Jeder in seiner Weise : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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vielleicht noch weiter, bis ich gefunden, was mein gan⸗ zes Herz erſehnt! Warte nur, ich komme gewiß!« Und eines Morgens, als er früh aufgeſtanden war, faſt mit der Frau Sonne zugleich, die hell und ſtrah⸗ lend vom blauen Himmel hernieder funkelte, da konnte er nicht länger widerſtehen, und faßte raſch den kecken Entſchluß, ſich einmal recht mitten hinein in die Wäl⸗ der zu vertiefen. Er kleidete ſich an, ganz vorſich⸗ tig und leiſe, um die Eltern nicht zu wecken, die neben ihm in der Kammer ſchliefen, nahm ſeinen Wan⸗ derſtab, hing ſeine Reiſetaſche um, ſetzte den leichten Strohhut auf, ſchlich leiſe die Treppe hinunter, über den Hof, hinaus zur Hinterthür, und beſtellte im Hauſe nur, wenn die Eltern nach ihm fragten, ſo ſolle man ihnen ſagen, er wäre eben ein wenig in den Wald hinaus, und komme erſt zu Mittag zurück; ſie möchten ſich alſo nicht ängſtigen um ihn.

Vielleicht dachte er wirklich gegen Mittag zurück⸗ zukehren, vielleicht auch nicht; einen klaren beſtimmten Vorſatz hatte er nicht gefaßt, er wollte eben nur Wal⸗ desluft und Waldesduft athmen, aber ſo recht mit vol⸗ len Zügen, bis zur völligen Genüge und Sättigung.

So ging er denn immer aufwärts am Ufer der plätſchernden, von Fels zu Fels ſpringenden Ilſe ent⸗ lang, unter den ſchattigen Wipfeln der Waldbäume, deren grünes, ſonnendurchfunkelndes Dach über ſeinem Haupte ſich wölbte. Die thauige Friſche des Morgens wehte erquickend und belebend ihn an, die Blumen lächelten ihm zu, die grünen Zweige, die Büſche am Ufer rauſchten und flüſterten ihm Morgengrüße entgegen, die kleinen Vögel ſchauten ihn freundlich an mit ihren hellen Augen, und riefen:Willkommen! Willkommen!«