1
11
ſeine Wangen gluͤhten von innerem Feuer und ſeine Augen ſtrahlten von Luſt und Entzücken— da, auf einmal, mitten im vollſten Jubel verſtummte er, die Röthe wich von ſeinen Wangen, ſeine Augen funkelten nicht mehr, und er ſah ganz erbärmlich und kläglich aus. „Was iſt dir?« fragte der Vater beſorgt, und um⸗ ſchlang ihn mit dem Arme. „Ach Gott,“ ſtöhnte Adelbert,„mir iſt auf einmal ſo übel und wehe! Ich weiß gar nicht, wie das kommt! Ach Jeſus, ich glaube, ich muß ſterben, ſo übel iſt mir!« „Oho, ſo ſchlimm iſt's nicht!“ rief die kräftige Stimme des Kapitäns, der ſich ganz in der Nähe ge⸗ halten, mit einem herzlichen, kurzen Lachen.»Es iſt eben nur ein bischen Seekrankheit, was Sie erfaßt hat, junger Herr! Wie, nun gefäͤllt Ihnen Sturm und Wellenſchlag wohl nicht mehr? Ja, ja, ich hab' es mir ſchon gedacht! Aber nur nicht angſtlich! Wenn die Kühlte vorüber iſt, verſchwindet die Krankheit von ſelber.“ Adelbert hörte wenig von den tröſtlichen Worten des Kapitäns, ſo jammervoll übel war ihm zu Muthe. Leichenblaß, zitternd und von kaltem Schweiße bedeckt, ſtand er da, lehnte ſich über die Bruſtwehr des Schiffes, wohin der Vater ihn führen und dort unterſtützen mußte, und brachte ſtöhnend und ächzend dem Meere den gewöhnlichen Tribut. Mit der Luſt am herrlichen Ungewitter war's vorbei, und Adelbert dankte ſeinem Schöpfer, als er nach ein paar qualvollen Stunden wieder feſten Boden, den rothen Felſen von Helgoland, unter ſeinen Füßen verſpürte. Auf einige Zeit hatte er nun an der Komantik


