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In demselben Hause! : Eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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mir aus Eigennutz geholfen, und das Käſtchen mit den Juwelen nur deßhalb nicht behalten, weil ſie die Strafe fürchteten. So belog ich mich ſelbſt. Endlich aber gingen mir die Augen auf. Die Pläne der Gott⸗ loſen entſchleierten mir das innerſte Gemüth der Wacke⸗ ren und Gerechten, die mir Böſes mit Gutem, Härte mit Liebe, ſtarre Feindſeligkeit mit aufopfernder Treue vergolten. Nun ſchmolz die Rinde von Eis und mein Gewiſſen erwachte! Wilhelm, mein Sohn, kannſt du mir verzeihen? Koͤnnt Ihr Alle mir verzeihen, was ich jetzt unnigſt bereue? Antwortet mir, ſagt mir, ob Ihr mich alten, harten, geizigen Vetter mit Eurer fort⸗ dauernden Liebe beglücken könnt?«

Wilhelm umarmte den Vetter von Neuem, Frau Engelbert drückte ſeine rechte, Meiſter Leonhard ſeine linke Hand. Das war ihre Antwort, und Herr Rem⸗ pelmeier verſtand ſie.

»Alſo Alles vergeben und vergeſſen, und fortan Liebe und Freundſchaft?« ſagte er jubelnd, und drückte Wilhelm mit Ungeſtüm an ſeine Bruſt.Nun denn, ſo theilt Alles mit mir, was ich beſitze, und nie ſollt Ihr den Vetter Rempelmeier wieder einen alten Geiz⸗ hals ſchelten können!«

Amen! ſagte der Doktor und der Advokat Wun⸗ derlich mit gerührter Stimme, und nie hatten ſie Herrn Rempelmeier ſo warm die Hand gedrückt, als es in dieſem Augenblicke geſchZhg.

Unſere einfache Geſchichte iſt zu Ende. Sie ſollte dir zeigen, lieber Leſer, daß die uneigennützige, ächte Liebe unter allen Verhältniſſen ſtärker iſt, als jede Kraft des Böſen, die ſtets vor ihr weichen muß, wie die