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Warum ſollen wir gerade immer über ihn wachen? Was für Verpflichtungen haben wir gegen ihn? Hat er dich denn etwa als ſeinen Verwandten behandelt? Hat er ſich deiner und deiner armen Mutter angenom⸗ men? Nichts von alledem! Schlecht behandelt hat er euch, hat euch nicht die geringſte Unterſtützung gewährt, hat euch ſogar aus ſeinem Hauſe werfen wollen! Ei was, Wilhelm! Laß du den alten Geizhals ſelber ſe⸗ hen, wie er mit den Spitzbuben fertig wird.«
»Oh nein, nein, das iſt Euer Ernſt nicht, Vater
Leonhard!“ ſagte Wilhelm.
»Und warum nicht? Warum ſoll es mein Ernſt nicht ſein, Junge?«
»Weil geſchrieben ſteht, daß man nicht Böſes mit Böͤſem vergelten, ſondern ſeinen Nächſten lieben ſoll, wie ſich ſelbſt. Ich ſehe ſchon, Ihr wollt mich nur auf die Probe ſtellen, Vater Leonhard, aber Ihr wißt doch wohl, daß ich weder rachſüchtig noch ſchadenfroh bin! Auf der Stelle geh' ich zu Vetter Rempelmeier, und ſage ihm Alles!“
»Das ſollſt du wohl huͤbſch bleiben laſſen, Wil⸗ helm!« fiel der alte Leonhard mit Entſchiedenheit ein. „Solchen dummen Streich darfſt du mir nicht machen, oder du würdeſt Alles verderben. Wenn du jetzt hin⸗ gingſt, ſo würde der Alte vielleicht Lärm ſchlagen, die Spitzbuben würden benachrichtigt werden, würden Alles läugnen, und, da man ihnen nichts beweiſen kann, über unſere Dummheit in's Fäuſtchen lachen, oder wohl gar
eine gelegenere Zeit abpaſſen, um ihren Anſchlag doch
noch auszuführen. Nein, nein, Wilhelm! In ſolch'
4 einem Falle muß man klüger zu Werke gehen. Dem
lten Rempelmeier ſoll geholfen werden, denn es war


