Druckschrift 
Graf und Bärenführer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

93

faßte ich aus Rachbegierde den Entſchluß, Alles dem Grafen Normann zu enthüllen, und wendete meine Schritte hierher. Unterwegs warf mich der Schnee⸗ ſturm nieder, ich verlor die Beſinnung, und, wenn Gott nicht Felix zu mir geführt hätte, läge ich jetzt, eine Leiche, im Walde. Dieß ſind meine Bekenntniſſe, Herr Graf, und jetzt unterwerfe ich mich demüthig jeder Strafe, welche Sie über mich verhängen mögen.

Es dauerte einige Tage, bis Graf Robert ſich ſo weit von dem Uebermaße ſeines Entzückens wieder erholte, um mit Felix einen Ausflug nach Goczyun machen zu können. Felix hatte unterdeſſen den Auf⸗ trag des Fürſten Woronzow durch den getreuen Stein ausführen laſſen, ſtattete davon, ſowie von ſeinen letzten glücklichen Erlebniſſen einen genauen Bericht an den Fürſten ab, und gab das Verſprechen, daß er in kurzer Friſt mit ſeinem Vater kommen würde, um den Fürſten den beiderſeitigen tiefſten Dank auszuſprechen. Wir bemerken hier noch beiläufig, daß dieſer Beſuch ſpäter in der That abgeſtattet wurde, und daß der alte Fürſt bis an ſein Ende mit der Familie Nor⸗ mann innigſt befreundet blieb.

Eine Woche nach Felix Rückkehr in die Heimath traten endlich Graf Normann, ſein Sohn, der alte Stein und Iwan die kurze Reiſe nach Goczyn an, um zu ſtrafen, zu demüthigen, zu rächen was ein ſchlechter Menſch gegen ſeine nächſten Verwandten, ſeine Wohl⸗ thäter geſündigt hatte. Aber ein Höherer hatte ſchon das Richteramt über den Verbrecher geübt. Zu dem Grafen Albin war das Gerücht von der Wiederkehr ſeines jungen Neffen gedrungen, er hatte ſich von der Wahrheit dieſes Gerüchtes überzeugt, und hatte, ein