Druckschrift 
Graf und Bärenführer : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
Einzelbild herunterladen

23

Sultan mit den zärtlichſten Liebkoſungen, die das edle Geſchöpf mit ſichtbarer Freude hinnahm und faſt zu ſtürmiſch erwiederte..

Für heute iſt's aus mit unſerem Spaziergange, Sultan, ſagte Felix endlich,meine Kleider ſind durch und durch naß, und da wird es wohl am beſten ſein, wenn wir ſo ſchnell als möglich in's Schloß zu⸗ rückkehren und uns zu der guten alten Suſanne flüch⸗ ten. Komm, Sultan!

Felix hatte bereits wieder Kraft genug, um auf⸗ ſtehen und munter davonſchreiten zu können. Er eilte mit Sultan, der ſich jetzt dicht an ſeiner Seite hielt, als ob er noch Gefahr für ſeinen jungen Herrn be⸗ fürchte, zu der erſten Brücke zurück, um über dieſelbe an das andere Ufer gelangen zu können. Dieſes Mal war er aber nicht ſo unvorſichtig, ſie ſogleich zu be⸗ treten, ſondern unterwarf ſie zuvor einer genaueren Unterſuchung. Zu ſeinem nicht geringen Erſtaunen fand er, daß der Steg ſo knapp am Rande des Ufers lag, daß er nothwendiger Weiſe ebenfalls in's Waſſer ſtürzen mußte, ſo wie er nur von einer ganz geringen Laſt beſchwert wurde. Felix hütete ſich daher ſehr wohl, ihn zu betreten, ſondern zog es vor, nach der dritten Brücke zu gehen. Auch dieſe, wie alle Uebri⸗ gen fand er im allergefährlichſten Zuſtande. Er ver⸗ ſuchte es, ſie wieder in ihre alte Lage zu bringen, aber ſeine ſchwachen Kindeskräfte reichten lange nicht dazu aus!

So wären wir denn gefangen, Sultan, ſagte er lachend, zu dem Hunde, der ihn mit zärtlichen Augen anblickte.Was meinſt du, alter Freund? Wollen wir warten, bis man uns im Schloſſe vermißt, oder