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Furchtlos und treu : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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eröffnen. Die Decke, obgleich im Ganzen noch ziemlich wohl erhalten, zeigte doch grade in der Mitte eine ſchadhafte Stelle, welche mit Balken oder Brettern zu⸗ gelegt ſchien, damit der Regen nicht von oben herein dringen konnte. Wenn es Sybrand gelang, von außen den Thurm zu erſteigen, durch eine Schießſcharte oder Fenſteröffnung einzudringen, die Balken auf die Seite zu ſchaffen, oder nur ein wenig zu verrücken, eben ge⸗ nug, um von oben einen umfaſſenden Blick nach unten zu gewinnen dann, dann mußte er ja in den Be⸗ ſitz des Geheimniſſes gelangen! Mit Mühe unterdrückte Sybrand einen Jubelruf des Triumphes, der möglicher Weiſe von einem fremden Ohre gehört werden konnte, und verließ raſch das Thurmzimmer, um ohne Zögern die Außenſeite des mächtigen Baues in Augenſchein zu nehmen. Wie ſehr überraſcht war er, als er an der einen Seite deſſelben eine Anzahl vorſpringender, trep⸗ penartig aufſteigender, ſorgſam behauener Steine ent⸗ deckte, die er früher nie bemerkt, oder wenn er ſie be⸗ merkt, nie der mindeſten Beachtung gewürdigt hatte. Mit leichter Mühe und faſt ohne Gefahr konnte man auf dieſen Steinen beinahe die halbe Höhe des Thur⸗ mes erklimmen, und ſie endeten grade an einem der gewölbten Bogenfenſter, welches den einfachſten und

leichteſten Zugang in das Innere geſtattete. Ohne zu

zögern, klimmte Sybrand in die Höhe, ſchlüpfte durch das Fenſter, verſchwand in den Thurm, und gleich darauf funkelte ſein boshaftes Auge an der Oeffnung, welche er durch Verrückung der Balken in der Decke des Thurmgemaches hervorgebracht hatte.

Hier, auf den Balken und Trümmern lag Sy⸗

brand die ganze Nacht und ſpähte nach unten. Die

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