20 Ihre Befugniſſe! Ich habe nichts verbrochen, alſo
dürfen Sie mir auch nicht Gewalt anthun!«
»Ich werde meinen Befehl verantworten!« ant⸗ wortete Morin.„Keine Umſtände weiter! Ergreift ihn! Fort!«
Mit einem Sprunge wollte Heinrich entwiſchen und in der Dunkelheit zu fliehen ſuchen, und faſt wäre es ihm auch geglückt, wenn nicht Sybrand ihm verräthe⸗ riſcher Weiſe ſeinen Stock zwiſchen die Beine geworfen hätte. Heinrich ſtolperte— fiel— und ſah ſich im Nu von ſechs kräftigen Fäuſten ergriffen, denen Wider⸗ ſtand zu leiſten offenbare Thorheit geweſen wäre. Ge⸗ duldig ließ Heinrich ſich feſthalten und binden, und drohte nur Morin, daß er dem Kapitän Danville von dem Vorfalle Kunde geben werde.
»„Dazu will ich dir ſelber Gelegenheit geben, denn ich werde dich zu ihm bringen,« erwiederte Morin. „Du biſt verdächtig, und dies genügt, mein Verfahren zu rechtfertigen. Vorwärts! Wir müſſen eilen, über das Riff zu kommen, ehe die Fluth wieder eintritt, ſonſt möcht' es uns ergehen, wie unſeren armen Kame⸗ raden neulich. Fort, fort, die Zeit drängt.“«
Es bedurfte kaum der Mahnung zur Eile, denn die beiden anderen Douaniers ſchienen die rückkehrende Meeresfluth nicht weniger zu fürchten, als ihr Vorge⸗ ſetzter. Eilig ſchritten ſie über die Burgtrümmer hin, klimmten den ſteilen Felſen hinab, und erreichten den
ſchmalen Pfad auf dem Riffe, welcher an das ſichere
Land zurückführte. Hier mußten ſie einzeln Einer hin⸗ ter dem Andern gehen. Da Alle eilten, über den ge⸗ fährlichen Weg hinweg zu kommen, ſo war Heinrich der letzte in der Reihe, konnte aber nicht entſchlüpfen, weil
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