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Furchtlos und treu : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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gefährlichen Riffe und Klippen zu vermeiden, welche ſich von dem Felſen aus tiefer in's Meer hinaus er⸗ ſtreckten und ſelbſt bei niederer Ebbe kaum über das Waſſer empor ragten. Es war hier eine verhängniß⸗ volle Stelle für die unkundigen oder von wilden Stür⸗ men gejagten Seefahrer. Schon manches Schiff hatte hier an den verborgenen Klippen ſeinen Untergang ge⸗ funden, und häufig war der Strand von Leichen und den Trümmern geſcheiterter Fahrzeuge bedeckt.

Der ſteile Felſen, welcher gleich einem Vorgebirge ſich über das Meer erhob, lag zwar nicht ſehr weit vom Ufer ab, war aber nur zur Zeit der Ebbe von einem Fußgänger, und auch dann nicht ganz ohne Ge⸗ fahr zu erreichen. Nur ein ſchmaler Grat führte vom Lande aus zu ihm hinüber, und auch dieſer Grat, von weißem Sande bedeckt, unterſchied ſich ſo wenig von dem umliegenden weiten Sandmeere der Dünen, daß nur ein kecker Fuß ihn zu betreten wagte. Schon mancher Neugierige hatte den Verſuch, zur Zeit der

Cbbe an das Vorgebirge zu gelangen und die Ruinen

des alten Schloſſes zu beſteigen, mit dem Leben bezah⸗ len müſſen. Es bedurfte nur eines falſchen Schrittes, um der drohendſten Gefahr urplötzlich in die Arme zu fallen. Der Sand der Dünen war ſo locker, daß der auftretende Fuß, wie in den zähen Schlamm eines Moraſtes einſank, und die verzweifeltſten Anſtrengun⸗ gen, ſich aus dieſem verrätheriſchen Sandboden heraus zu arbeiten, führten in der Regel nichts weiter, als beſchleunigten Untergang herbei. Wie die gefangene Fliege im Netz der Spinne vergeblich ſich abmühet, ihre Freiheit wieder zu erlangen, ſo der Unglückliche oder Unvorſichtige, der in dieſe ſchreckensvolle Lage