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klimmen der ſteilen Felſenwand überwunden werden mußten, und noch vor Sonnen⸗Untergang hatte man das Dorf wieder erreicht, und den armen, halb zer⸗ ſchmetterten Mann auf ſein Bette gebracht. Weinend umringten ſeine Frau und ſeine Kinder das Schmer⸗ zenslager des theuren Familien⸗Hauptes, und wußten ſich weder Rath noch Hülfe in dem Uebermaße ihrer großen Betrübniß, bis der Herr Pfarrer mit einem Arzte kam, den er, in Erwägung der Umſtände, ſchleu⸗ nigſt aus der Stadt herbeigerufen hatte. Seinen beru⸗ higenden, tröſtlichen Worten gelang es nach und nach, die gebeugten Herzen wieder aufzurichten und die ſchlimm⸗ ſten Schmerzen einigermaßen zu beſchwichtigen, während der Arzt den Zuſtand des Verunglückten unterſuchte, und ebenfalls das Seinige that, den Trauernden eini⸗ gen Troſt zu ſpenden.
»Das Schlimmſte braucht Ihr nicht zu fürchten, Kinder,“ ſagte er nach beendigter Unterſuchung.„Das Leben werden wir mit Gottes Hülfe und bei ſorgſa⸗ mer Pflege wohl erhalten, was dann aber weiter kommt, das müſſen wir geduldig nach dem Willen des himm⸗ liſchen Vaters hinnehmen. Vor der Hand ſeid getroſt, und thut, was an Euch iſt, den Zuſtand des Leidenden ſo erträglich wie möglich zu machen!“
Einer ſolchen Ermahnung hätte es hier nicht be⸗ durft, denn Mutter und Kinder wetteiferten miteinander, um dem Vater die treueſte und unermüdlichſte Pflege angedeihen zu laſſen. Dieſe aufopfernde Liebe blieb auch nicht ohne Erfolg. Der Vater genas, aber nur langſam, ganz langſam und nach und nach, und erſt, als der Frühling wieder mit tauſend Blüthen⸗Augen zum blauen Himmel emporblickte, erſt da konnte der


