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Ein Bibelblatt : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Die Anderen verließen die verödete Hütte und kehrten mit dem Schachtmeiſter nach deſſen Hauſe zurück. Schweigend und ſtill, Jeder mit ſeinen Gedanken und Empfindungen beſchäftigt, ſchritten ſie dahin. Hans vor Allen fühlte ſich mächtig erſchüttert.

Wie gewaltig iſt doch die Macht des Herrn, und wie heilig ſind Seine Verheißungen, dachte er in ſeinem Inneren.»Selbſt das Herz des Böſen iſt wie bieg⸗ ſames Wachs in Seiner Hand, und die Seele des Sündhaften muß vor Ihm erzittern, daß ſie ſich beugt und demüthigt und in den Staub wirft vor Seiner Majeſtät! Und ruft ſie dann zu Ihm in der Noth und Herzensbangigkeit um Gnade und Barmherzigkeit, ſo läßt Er in Erfüllung gehen, was er verheißen hat, und ſiehe, Er errettet die reuige Seele von den Aeng⸗ ſten des Todes. Ach, Herr, wie iſt deine Gerechtigkeit ſo groß und doch deine Gnade ſo unerſchöpflich! Be⸗ wahre mein Herz und behüte mich, daß ich nimmer wieder auf unrechten Wegen wandle und deiner Gebote vergeſſe! Jetzt habe ich erfahren am armen Wenzel und an mir ſelbſt, daß die Gottloſen kein Heil im Himmel und auf Erden finden, außer in Reue und Buße und Gebet zu dir! Wie könnte ich das je vergeſſen?«

Der brave Schachtmeiſter ſchien zu ahnen, was die Seele des Knaben bewegte, und überließ ihn ruhig ſeinen Gedanken. Der Tag verſtrich in ſtillen Be⸗ trachtungen. Alle waren zu ſehr erſchüttert von dem ſchrecklichen Schickſale des armen Wenzel, als daß ſie es in gleichgültigem Geplauder hätten vergeſſen können.