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Ein Bibelblatt : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Amen! Amen!« rief der Sterbende jetzt plötzlich mit lauter Stimme, richtete ſich mit wunderbarer Kraft in die Höhe, und heftete einen Blick tiefer und inbrün⸗ ſtiger Dankbarkeit auf das andachtsvolle, ſtrahlende Antlitz des kleinen Hans.Knabe, ſprach erich wollte dir das Leben rauben, und du erleichterſt mir die Stunde meines Todes! Gottes Segen ruhe dafür auf deinem Haupte! Du aber, Herr, Herr, zu dem ich rufe, verwirf, oh verwirf mich nicht von deinem Ange⸗ ſicht und...

Seine Stimme brach ein Zucken flog blitzſchnell über ſeine Züge und dann ſank er kraftlos in ſeine Kiſſen zurück. Indem er zum Herrn rief, war er ge⸗ ſtorben. Der Athem ging nicht mehr ein und aus aus ſeinem Munde, das Auge war gebrochen, der Mund verſtummt auf ewig. Aber der Friede Gottes lag auf dem Antlitze des Todten. Aller Schmerz war davon verwiſcht die Lippen ſchienen zu lächeln man ſah wohl: der Herr hatte ſein Gebet vernommen und den heiligen Segen der Verſoͤhnung über ihn aus⸗ gegoſſen.

Ruhe ſeiner Aſche! ſagte der Schachtmeiſter, der ſich zuerſt wieder faßte, tief bewegt.Vergeſſen wir, was er Böſes gewollt und gethan, und gedenken wir nur ſeiner aufrichtigen Reue. Kommt, Knaben! Und Ihr, Frau Sabine, ſeid ohne Sorgen wegen Eurer ferneren Zukunft. Den Ernährer hat Euch Gott ge⸗ nommen, aber ich weiß, was Ihr an dieſem Knaben Gutes geübt habt, und die gute That ſoll gute Früchte tragen, ſo Gott mir helfe.

Weinend ſank Frau Sabine am Sterbebette ihres Gatten nieder und betete für das Heil ſeiner Seele.