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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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76 Bruſt das ſicherſte und ſchönſte Vertrauen auf den Erfolg meines Unternehmens, und jetzt auf einmal ſah ich mich wieder in den düſteren Abgrund der Ver⸗ zweiflung geſchleudert.

Noch für ein großes Glück konnte ich es erachten, daß ich hinlängliche Vorräthe von Lebensmitteln beſaß. Ohne die Zwiebackskiſte, die mir ſo zu rechter Zeit in die Hände gefallen war, würde mich der Schmerz um den Verluſt meines Meſſers, des einzigen Freun⸗ des, den ich hatte, vielleicht getödtet haben. So aber blieb mir immer noch einiger Troſt. Wenn auch meine Abſicht, bis zum Oberdeck durchzudringen, vereitelt war, brauchte ich doch wenigſtens den Hungertod nicht zu fürchten. Es war möglich, daß ich noch Wochen lang in meinem Gefängniſſe eingekerkert blieb, aber ein Mal mußte doch die Stunde der Befreiung ſchla⸗ gen. Das ganze Unglück, welches mich betroffen hatte, beſtand alſo im Grunde nur aus einer Zeit⸗Frage. Ich hatte nach einigen Tagen meinen kleinen Lieb⸗ ling Helene und ihre Familie wiederzuſehen gehofft, und nun konnten Wochen vergehen, ehe ich dieſer Freude theilhaftig wurde. 4

Je mehr ich mir dies klar machte, deſto ruhiger und ergebener in ſein Schickſal wurde mein aufgereg⸗ tes Gemüth, deſto ſchneller legten ſich die empörten Wellen meines tief erſchütterten Herzens. Ich begann wieder mit größerer Klarheit zu denken, und ſogar einige Hoffnungsſtrahlen fingen an, das Düſtere mei⸗ ner Gedanken wieder zu erhellen. War denn auch wirklich und unwiederbringlich Alles verloren? Konnte ich mich nicht wieder in den Beſitz meiner Klinge ver⸗ ſetzen? Konnte ich ſie nicht auch ferner noch, wenn