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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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ſich mehr bewegte, und jedes Geräuſch in dem Sacke völlig verſtummt war.

Nun erſt wagte ich es, den Sack wieder aufzu⸗ ſchnüren, und meine Jagdbeute zu zählen. Fünfzehn Stück ſchöne, dicke, große Ratten zog ich eine nach der andern aus dem Sacke, und machte die befriedi⸗ gende Bemerkung, daß keine Einzige mehr ein Lebeus⸗ zeichen von ſich gab. Ohne Zögern ging ich daran, eine von den größeſten und fetteſten auszuweiden und ihr das Fell abzuziehen, worauf ich ſie mit einem Appetit ver⸗ zehrte, welchen Mancher für unglaublich halten wird. Aber, wie ſchon erwähnt, ich war ein ſchon halb ver⸗ hungerter Menſch, und empfand auch nicht den ge⸗ ringſten Ekel vor dem Rattenfleiſche, das mir grade ſo gut ſchmeckte, als mir das zarteſte Hühnerfleiſch geſchmeckt haben würde.

Noch eine zweite Ratte folgte der erſten in mei⸗ nen Magen nach, und nun war mein erſter Heißhunger geſtillt, und zugleich mein Gemüth für die nächſten acht Tage völlig beruhigt. Eine Mahlzeit von zwei Ratten täglich reichte jedenfalls vollkommen zu meiner Sättigung und Ernährung aus; und, da ich davon fünfzehn Stück gefangen hatte, ſo konnte ich leicht ausrechnen, daß meine Speiſekammer für die Dauer einer Woche hinlänglich gefüllt war.

Da ich nicht daran zweifelte, daß die lebendigen Ratten ihre todten Brüder auffreſſen würden, wenn ſie zu ihnen gelangen konnten, ſo trug ich Sorge, ſie vor ihren Zähnen ſicher zu ſtellen, indem ich ſie wie⸗ der in den Sack ſteckte, und ſo vielmal mit Tuch umwickelte, daß ſelbſt die ſchärfſten Gebiſſe daran zu