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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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hielt meine Jacke zum Verſtopfen des Luftloches be⸗ reit, und harrte in Ruhe und Geduld, wenn auch nicht ohne lebhafte Spannung. 1

Nach einem Weilchen hörte ich deutlich das Pfei⸗ fen einer Ratte außerhalb meines Kerkers, und daſ⸗ ſelbe Trippeln und Raſcheln, das ich vorhin ſchon vernommen hatte, aber weit lauter und geräuſchvoller, als je. Fort und fort dauerte dieſes Geräuſch, und zugleich war es mir, als ob es auch innerhalb meiner vier Wände ertönte. Auch irrte ich mich hierin nicht, und traf demnach meine Vorkehrungen, indem ich das Schlupfloch, wie früher, mitemeiner Jacke yerſtopfte,

und meine Hoſen dicht am Knöchel feſt zuband, da⸗

mit die Beſtie nicht, wie ſchon einmal, an meinen Beinen in die Höhe laufen konnte. Erſt, nachdem

dieß geſchehen, waffnete ich meine Hände mit meinen

Schuhen, und begann den Angriff. Da auf einmal wurde mir Etwas klar, was meine Seele ſofort mit Entſetzen erfüllte! Ich machte die ſchreckliche Ent⸗ deckung, daß nicht blos eine, nein, daß mindeſtens

zwölf Stück Ratten in mein enges Gemach eingedrun⸗

gen waren. Der Boden wimmelte davon, und wo ich

hintappte, berührte ich eine. Sie liefen über meine

Beine, meine Füße, meine Hände, ſprangen mir ſelbſt an Bruſt und Rücken hinauf, und ließen dabei fleißig ihr ſcharfes Pfeifen und Quietſchen hören.

Mich in einen Kampf mit einer ſolchen Menge dieſer biſſigen Geſchöpfe einzulaſſen, wäre allzu ver⸗ wegen geweſen. Anſtatt ihn zu wagen, riß ich meine Jacke aus dem Schlupfloche, und ſchlug damit wie toll und beſeſſen auf die Ratten los. Dieſes neue Ver⸗

fahren ſchien ſie zu überraſchen und einzuſchüchtern,