Print 
Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Place and Date of Creation
Turn right 90°Turn left 90°
  
  
  
  
  
 
Download single image

25

da, hing meinen Träumereien nach, baute nach Her⸗ zensluſt die köſtlichſten Luftſchlöſſer, und horchte von Zeit zu Zeit auf den Anprall der Wogen gegen die Wände des Schiffes, der allmählig immer heftiger wurde, dann und wann ſogar ſo heftig, daß die Plan⸗ ken unter den gewaltigen Schlägen zu zittern ſchienen. Aber das machte mich nicht im geringſten ängſtlich. Durch meine häufige Anweſenheit im Hafen von Al⸗ tona und Hamburg war ich ſchon ſo ziemlich mit dem Schiffsleben vertraut geworden, und ein paar Mal hatte ich auch die kleine Reiſe von Hamburg nach Altona in einem Segelſchiffe gemacht, das dem Vater eines meiner Spielkameraden gehörte. Darum er⸗ ſchreckte mich das Andonnern der Wellen gegen den Bug und die Planken des Schiffes ganz und gar nicht; ich wußte, daß es nichts Gefährliches zu bedeu⸗ ten hatte.

Nachgrade, es mochten ſeit der Abfahrt des Schiffes vielleicht ſchon ſechs bis ſieben Stunden ver⸗ floſſen ſein, meldeten ſich ein paar ſehr unange⸗ nehme Gäſte bei mir an, Hunger nämlich und Durſt. Seit dem vergangenen Abende hatte ich nichts ge⸗ noſſen, und auch geſtern nur ſehr wenig, weil der Schmerz über die Trennung von der kleinen Helene mir den Appetit verdorben hatte. Jetzt kehrte er mit verdoppelter und verdreifachter Macht zurück, denn von jener Trennung konnte ja jetzt keine Rede mehr ſein, und überdieß war ich ein derber, ſtarker Junge von fünfzehn Jahren, ſtand alſo in einem Alter, wo man beinahe immer mit anſehnlichem Appetite ge⸗ ſegnet iſt.

Der Hunger fiel mir läſtig, und noch läſtiger fiel