22
reits eingetreten war, allerdings ziemlich dunkel; doch ftel aus der Luke wenigſtens ſo viel Licht herunter, daß ich nach einigem Verweilen im Raume die näch⸗ ſten Gegenſtände um mich her zu erkennen vermochte. Auf dem Platze unter der Luke konnte ich natürlich nicht bleiben, denn einmal lief ich dort Gefahr, von irgend einem ſchweren Waarenballen zerquetſcht zu werden, wenn man ihn in den Raum hinunter ließ, und dann konnte ich, da das Licht von oben auf mich herabfiel, grade an jener Stelle am leichteſten entdeckt werden. Alſo ſuchte ich nach einem ſicheren Verſtecke, kroch über einige Kiſten und Ballen hinweg, und fand endlich einen Winkel zwiſchen einigen großen Fäſſern, der mich ſo gut verbarg, daß ich unmöglich entdeckt werden konnte, ſelbſt wenn Jemand vom Schiffsvolke oben in den Raum herunter gekommen wäre. In dem Winkel alſo kauerte ich mich nieder, und mein Herz klopfte und hüpfte hoch vor Freuden, als ich mir in Gedanken ausmalte, was für ein Geſicht die kleine Helene machen würde, wenn ich auf einmal, wie aus der Luft gefallen, in leibhaftiger Perſon vor ihr erſchien. Daß dieß in kurzer Zeit geſchehen würde, daran zweifelte ich nicht im geringſten. Aber— es ſollte anders kommen, als meine Phantaſie es ſich ausgemalt hatte, und aus dem Luſtſpiel, das ich vor⸗ bereitet zu haben glaubte, ſollte ſich bald ein ſehr ver⸗ zweifeltes Trauerſpiel entwickeln.


