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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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zum Baume hinauf, und hielt dem Vogel ein Stück⸗ chen von meinem leckeren Butterbrode als Lockſpeiſe vor.Komm, Lori! Hier! Komm!

Der Papagei ſah, den Kopf wiegend, ein Weil⸗ chen, wie es ſchien, unſchlüſſig nach mir herunter, dann breitete er ſeine glänzenden Flügel aus, und im nächſten Augenblicke ſaß er auf meinem Arme, und ſtreckte begierig den Schnabel nach meinem Butter⸗ brode aus. Ich brach ihm einen Brocken nach dem anderen ab und reichte ihn ihm hin. Der arme Burſche mußte wohl ſehr hungrig ſein; er verzehrte das Brod bis auf das letzte Krümelchen, und blickte mich dann mit ſeinen hellen, glänzenden Augen klug und freund⸗ lich an.

Danke! ſagte er und nickte zierlich mit dem Kopfe.Danke! Lori iſt ſatt! Gut geſchmeckt! Danke!

Der Vogel ſprach, als ob er verſtünde, was er ſagte, und ſchmiegte ſich dabei zutraulich an meine Bruſt. Ich konnte es nicht über's Herz bringen, ihn zu ergreifen und feſtzuhalten. Aber zu meiner Freude dachte er auch gar nicht daran, fort zu fliegen, ſon⸗ dern blieb ruhig auf meinem Arme ſitzen, als ich nach der Stadt weiter ging. Auf einmal aber, als ich an einem ſchönen Gartenhauſe vorüber kam, hörte ich einen lauten Freudenſchrei und den hellen Ruf:Lori! Lori! vom Fenſter der oberen Etage herunter ſchal⸗ len. Jetzt hielt ich unwillkührlich den Vogel feſt, blickte nach dem Fenſter hinauf, und gewahrte dort ein wunderhübſches, kleines Mädchen von vielleicht neun oder zehn Jahren, das ſehnſüchtig beide Arme