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Der Bekehrte : eine Erzählung für meine jungen Freunde / von Franz Hoffmann
Entstehung
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Lernen, ſelbſt nur der Anfangsgründe des Wiſſens, war Jahre lang nicht die Rede, und ich war ſchon ein Junge von vierzehn Jahren, ehe ich buchſtabiren, ſchreiben und ein wenig rechnen lernte. Auch das hätte ich kaum gelernt, wenn ich nicht meiner Confirmation wegen den Religions⸗Unterricht in Altona hätte be⸗ ſuchen müſſen. Der dortige Herr Pfarrer lernte na⸗ türlich ſehr ſchnell meine unglaubliche Unwiſſenheit kennen, und erſtaunte nicht wenig darüber. Er ſprach mit meinem Pflegevater, und die Folge davon war, daß ich Tag für Tag nach Altona laufen und bei dem geiſtlichen Herrn neben dem Katechismus auch leſen, ſchreiben und rechnen lernen mußte.

Dieſe Beſchränkung meiner Freiheit kam mir herz⸗ lich ſauer an, denn es war die erſte in meinem Le⸗ ben, oder vielmehr ſeit meinem Aufenthalte beim On⸗ kel. Wer weiß, ob ich mich auf die Dauer gutwillig dem Zwange unterworfen haben würde, da ich, grade heraus geſagt, bereits ein durchtriebener Taugenichts geworden war, der zu nichts weiter Luſt hatte, als zu müſſigem Umhertreiben und zu allen möglichen dummen Streichen. Anſtatt in die Schule zu gehen, hätte ich lieber die Obſtgärten der Nachbarſchaft im Dorfe geplündert, oder Vogelneſter ausgenommen, oder die Fiſchkaſten der Alſter-Fiſcher erbrochen und ausgemauſt, oder ſonſtigen ähnlichen, keineswegs lo⸗

benswerthen Zeitvertreib geſucht, und ich war auch

ſchon ganz nahe daran, die Geduld zu verlieren, und lieber in die weite Welt hinaus zu laufen, als noch

länger in die Schule zu gehen. Da brachte mich aber

noch zu rechter Zeit ein kleines Abentheuer auf andere, und zwar beſſere Gedanken.